Barcelona Marathonläufe erhalten höchste Bewertung

(kys) – Barcelona hat Ende 2017 einen sportlichen Rekord erreicht – der Europäische Leichtathletikverband (European Athletic Association) hat zwei große Marathonläufe in der mediterranen Stadt, den Zürich Barcelona Marató und den eDreams Mitja Marató (Halbmarathon), mit 5 Sternen die höchste Bewertung erteilt, berichtet Sport.es.

Der eDreams Mitja Marató von Barcelona ist bereits Träger der IAAF-Goldmedaille (International Association of Athletics Federations). Ein Halbmarathon, der in den letzten Jahren dank der mehr als 17.000 Läufer und der Athletin Florence Kiplagat, die in den letzten zwei Jahren Weltrekorde bei diesem Marathon lief, zu einem der wichtigsten Spaniens geworden ist.

Der Zürich Marató Barcelona nimmt eine herausragende Position innerhalb Europas ein. Nur von den angesehenen Marathonläufen von Berlin, Paris und London übertroffen, stellt sich der barcelonesische Marathonlauf in einer verdienten vierten Position auf, die man mit den 5 Sternen des Europäischen Vereins der Leichtathletik nun aufgewertet sieht.

Starke Punkte, die in die Bewertung einbezogen wurden, sind die hohe Zahl der Versorgungspunkte entlang der Strecke mit den zugehörigen medizinischen Dienstleistungen und der Physiotherapie, die große Anzahl von „Hasen“, die die Läufer anspornen, die vereinfachte Logistik durch Start-und Endpunkt des Rennens am gleichen Ort oder die ExpoSports, die zu einer der wichtigsten Sportzustellungen in ihrem Bereich im Süden Europas und zur größten in Spanien zählt.

Dank dieser 5 Sterne Anerkennung verfügen diese Barcelona Marathonläufe nun über ein prestigereiches Siegel wie andere weltbekannte Läufe in Berlin und London.

Der nächste eDreams Mitja Marató von Barcelona steht auch schon vor der Tür: er findet am 11. Februar statt und genau einen Monat später, am 11. März, die 40. Ausgabe des Zürich Marató Barcelona.

 

Mehr als ein Lauf

Letztes Jahr liefen mehr als 22.000 Teilnehmer den Zürich-Marathon in Barcelona mit seinen mehr als 42 Kilometern. Es ist der älteste öffentliche Marathon auf der Iberischen Halbinsel: 1978 fand er erstmals in Palafrugell unter dem Namen „Marató de Catalunya“ mit 186 Läufern statt und seit 1980 wird er in Barcelona ausgetragen. 2012 wurde die Zurich Insurance Group Hauptsponsor und der sportliche Wettbewerb offiziell zum „Zurich Marató de Barcelona“.

37 Jahre nach dem ersten Marathon, ist Barcelona zu einer der beliebtesten Marathon-Ziele Europas geworden direkt nach Berlin, das – nach Profiangaben – sich vor allem durch seine flache Strecke auszeichnet, wo man so richtig „Speed machen“ oder noch umgangssprachlicher ausgedrückt, „Meter schrubben“ kann.

Diese sportliche „Erleichterung“ ist in der katalanischen Küstenstadt, die am Hang zwischen Bergen und Meer liegt, nicht gegeben. Dafür lohnt sich der Lauf aber aus anderen Gründen: neben dem sportlichen Anspruch und dem angenehmen Klima im Monat März loben viele ausländische Teilnehmer das Sightseeing auf der Marathonstrecke. Nicht umsonst spricht man heutzutage von Marathon-Touristen. Fast die Hälfte der Läufer war 2017 eigens für den Wettbewerb aus aller Welt angereist. Es geht den Sportlern nicht nur mehr um das Laufen, sondern auch darum, was der jeweilige Austragungsort zu bieten hat.

Und so verbinden viele Marathon Besucher in Barcelona Sport mit Kultur: Immerhin führt in der katalanischen Hauptstadt der Marathon an zahlreichen berühmten Highlights vorbei, die man bei normalem Schritttempo nicht an einem Morgen schafft: so laufen die Sportler am Montjüic entlang, am berühmten Camp Nou vorbei, können Gaudi’s Meisterwerk, die Sagrada Familia, bewundern, das Nationaltheater, den Torre Agbar und modernen Districte 22. Sie laufen am Forum und dem Strand vorbei, am Parc de la Ciutadella entlang sowie über die beliebte Shoppingmeile Passeig de Gracia, an Gaudi’s Pedrera und Casa Milà vorbei, über die Plaça de Catalunya und durch die charmante gotische Altstadt.

 

Ein weltoffener Marathon

Auch das Siegerpodium hatte schon letztes Jahr eine „auswärtige“ Besetzung beim Zürich Marató Barcelona: unter den Männern siegten drei Kenianer – zwei davon überraschend, weil sie eigentlich als „Hasen“ unterwegs waren, die also eigentlich nur die Favoriten anspornen sollten – und bei den Frauen siegten drei Äthiopierinnen. Für die afrikanischen Läufer kam das Preisgeld passend, laut der Zeitung El País konnte die „Hasen“ zu den 3000 Euro Entlohnung noch 10.000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen.

Ein besonderer Gast und Teilnehmer war beim letzten Zürich-Marathon Adnan Almousa Faramali, mit einer bewegenden Geschichte: Vor fünf Jahren traf den heute 19-jährigen syrischen Flüchtling eine Kugel, seitdem lebt er im Rollstuhl im Libanon. Dank des Einsatzes verschiedener katalanischer Organisationen, der öffentlich-rechtlichen katalanischen Radio- und Fernsehanstalt sowie der Regierung von Katalonien konnte er am Zürich-Marathon teilnehmen.

2017 feierte der Zürich-Marathon auch ein besonderes Jubiläum – den 25. Jahrestag der Olympischen Spiele in Barcelona. Einer der damaligen Olympiasieger in dieser Disziplin, der Deutsche Stephan Freigang, nahm deshalb auch an der 2017 Ausgabe des Zürich-Marathons teil. In Erinnerung an die Spiele, die für das Stadtbild und die Bewohner Barcelona von immenser Bedeutung waren, erklang mit dem Startschuss auch die berühmte Hymne „Barcelona“ von Freddy Mercury und Montserrat Caballé.

 

Katalonien: ein Land der Marathonläufe für jedermann

Katalonien bietet auch Läufern, die sich noch nicht an eine volle Marathon-Strecke trauen, jährlich jede Menge Halbmarathons – mehr als 36, mit einer Strecke von jeweils etwas mehr als 21 Kilometern. Und nicht nur Versicherungsunternehmen wie Zürich sehen in dieser urbanen Sportveranstaltung eine Gelegenheit, auch Reiseveranstalter sind sich des neuen Marathon-Tourismus bewusst, wie der Halbmarathon in Barcelona unter der Schirmherschafft von eDreams beweist.

 

Der etwas andere Marathon

Der sicherlich bemerkenswerteste Marathon Kataloniens ist jedoch der Marató de TV3“, unter der katalanischen Bevölkerung schlichtweg bekannt als „der Marathon“.

Der Marató de TV3 findet jährlich am Sonntag vor Heilig Abend statt. Dabei handelt es sich um einen Fernsehmarathon, der von der öffentlichen-rechtlichen Fernsehanstalt TV3 in Zusammenarbeit mit der „Stiftung Marathon TV3“ organisiert wird, mit dem Ziel Spenden für die medizinische Forschung zu sammeln.

So sind seit 1992 insgesamt ca. 151 Millionen Euro für die Forschung und Verbesserung der Behandlungen von unterschiedlichen Leiden wie Krebs, Diabetes, Aids, Schizofrenie, Downsyndrom, chronische Schmerzen oder Alzheimer gesammelt worden. Bei seiner letzten Ausgabe, am 17.12.2017, wurden 7,2 Millionen Euro zusammengetragen bei einer Bevölkerungszahl von 7,5 Millionen Einwohnern für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

Im Jahr 2012, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, schlugen die Spendeneinnahmen alle Rekorde mit 10 Millionen Euro am selben Tag des Marathons und 12,3 Millionen Euro insgesamt.

 

Bilder: Webseite Zürich Marató Barcelona

Information für interessierte Läufer: Registrierungen für den Marathon und Unterstützung bei der Logistik direkt über die Webseiten der Veranstalter (siehe im Text).