„Durchschlagender“ Erfolg des Polizeieinsatzes vom 1. Oktober

(Hans B.) Manresa. Vergangenen Donnerstag versuchte der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido im Senat den Polizeieinsatz vom 1. Oktober zu rechtfertigen, der bisher Staatsgeheimnis gewesen war.

Die Bilder von Polizisten, die rücksichtslos sogar auf Frauen und ältere Menschen einprügelten, lösten zumindest in der zivilisierten Welt Entsetzen aus.

Bar jeder Selbstkritik hielt Zoido an seiner Version fest, die Polizeieinsätze seien legítim und angemessen gewesen.

Die Kosten für die dreimonatige Stationierung von bis zu 6.000 Polizisten der Nationalpolizei sowie der paramilitärischen Guardia Civil, die aus ganz Spanien unter dem Schlachtruf „A por ellos!“ („Zeigt‘s ihnen!“) nach Katalonien verlegt worden waren, bezifferte er auf 87 Millionen Euro, also etwa eine Million Euro pro Tag.

Die katalanische Tageszeitung „El Punt Avui“ rechnete aus, dass mit dieser Summe beispielsweise 725 Krankenwagen angeschafft oder 14 Gymnasien hätten errichtet werden können. Hierzu sei angemerkt, dass in Katalonien der Unterricht aus Geldmangel vielfach in Containerschulen stattfindet.

Bedenkt man, dass im Vorfeld des Referendums keine einzige Wahlurne aufgespürt wurde, mehr als 2,2 Millionen Bürger trotzdem abstimmten, aber nach amtlicher Statistik 1066 Personen zum Großteil durch Schläge der Polizisten verletzt wurden – 4 davon schwer – kann man wahrlich von einem „durchschlagenden“ Erfolg sprechen.

 

Fotogramme von Òmnium Cultural Video