Zum Papa im Gefängnis

Foto: Oriol Junqueras Facebook Seite
(heb) – Barcelona.
Zwei Kinder sitzen auf  Koffern im Bahnhof Sants/Barcelona, aber die Reise geht nicht in den Osterurlaub.
Es sind die Kinder von Oriol Junqueras, ehemaliger Vizepräsident der katalanischen Regierung, der seit 2. November in Untersuchungshaft sitzt. Laut eines Berichts der digitalen Zeitung elnacional.cat darf Junqueras täglich fünf Minuten Telefonkontakt haben, wöchentlich 40 Minuten Gesprächskontakt hinter Plexiglas und nur einmal monatlich Körperkontakt.
„Heute gehen wir Papa besuchen. Seit der letzten Umarmung sind viele Tage vergangen“, heißt es dazu auf seiner Facebook-Seite.
Um den Papa bzw. den Ehemann kurz zu sehen, müssen Frau und Kinder die Strapazen einer völlig durchgetakteten Tagesreise auf sich nehmen:
Am frühen Morgen mit dem Schnellzug die 600 Kilometer von BCN nach Madrid. Von dort mehr als eine Stunde mit dem Taxi zum Gefängnis. Am Nachmittag wieder zurück. Wie allen anderen politischen Häftlingen wurde auch Oriol Junqueras der Wunsch wenigstens nach einer Verlegung in eine Haftanstalt im Raum Barcelona verwehrt.